Marcel Kittel Marcel Kittel
en de
fader_71fader_72fader_73fader_74fader_75fader_76fader_78fader_79

161009_wmmzf2
161009_wmmzf3
161009_wmmzf4

Bähm! Weltmeister im Teamzeitfahren

10.10.2016
Ich habe es anfangs echt unterschätzt, wie es sich anfühlt, mit der Mannschaft Weltmeister zu werden. Aber einfach nur aus Unkenntnis. Und ich kann euch sagen: Es ist der Wahnsinn. Der Moment, wenn man weiß, dass es reicht, alle jubeln, sich in den Armen liegen und einfach nur glücklich sind, ist unbeschreiblich. Es ist eben etwas anderes, wenn alle gewinnen und nicht nur einer. Das Glück so zu teilen, ist toll. Die Zeit der Entbehrungen, der Verzicht und die Qual - all das bricht auf einmal heraus. Und das eben mehrfach. Ich bin überglücklich, dieses Gefühl gespürt haben zu dürfen.

Das Rennen an sich war natürlich extrem hart. Über 56 km/h bei diesen Temperaturen waren nicht einfach für uns alle. Aber wir haben uns durchgebissen und perfekt harmoniert. So wie es in einem Team laufen sollte. Mir wird zwar immer gesagt, dass ich ja bereits meine Zeitfahrqualitäten mit meinem WM-Siegen bei den Junioren unter Beweis gestellt habe. Aber bei den Profis ist es etwas anderes. Über 50 Kilometer habe ich mit meiner Aerodynamik, die der eines Reisebusses ähnelt, keine Chance. Man muss immer mehr Watt treten, um dieses Defizit gegenüber schmaleren Fahrern auszugleichen. Im Teamzeitfahren aber geht es tatsächlich ganz gut. Man kann sich in der Reihe etwas erholen und dann eben wieder Vollgas geben. Meine Beine waren sehr gut und ich bin sehr zuversichtlich für Sonntag.

Der Hitze wirken wir übrigens mit Eiswesten und normalem Eis entgegen. Ein Eisbad habe ich nicht genommen. Andere sind einfach in den Pool gegangen. Aber mir reichen hier schon die Klimaanlagen. Die Gebäude werden echt extrem heruntergekühlt. Zum Teil herrschen Temperaturunterschiede von bis zu 20 Grad. Das kann auch echt gefährlich sein. Als wir das Hotel gewechselt haben, vom Team- in die BDR-Unterkunft, habe ich beim Abendessen echt gefroren. Ich war in kurzen Hosen unterwegs, hatte aber zum Glück eine Jacke dabei.

Die nächsten Tage werden wir viel gemeinsam trainieren und uns bestmöglich auf Sonntag vorbereiten.

Fotos: roth-foto.de
platzhalter TeamSpirit Store Road ID sidi Quick-Step Floors Cycling Team