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Zu früh im Wind

07.03.2017
Heute wollte ich unbedingt gewinnen, war am Ende aber wirklich vom Wind überrascht und etwas zu früh vorne. Ein Mann mehr wäre besser gewesen, oder ich wäre lieber auf Risiko gegangen und mit Saba von Hinterrad zu Hinterrad gesprungen. Aber nachher ist man immer schlauer. Die Position an sich war gut, ich habe mich auch gut gefühlt, aber wie gesagt, wurden wir von dem Wind auf der Zielgeraden etwas überrumpelt. Dabei hatten die Jungs vorher so gut gearbeitet. Ich hätte das Ding wirklich gerne für uns geholt und ärgere mich deshalb schon ziemlich.

Das Rennen an sich hat mich heute sehr an Großbritannien erinnert. Es waren schmale Straßen, der Asphalt war rau und dementsprechend hektisch ging es zu. In den letzten Tagen konnte man auch nicht von klassischen Sprints sprechen. Die Etappen waren wirklich sehr schwer. Und gestern ist mir dazu noch ein schönes Malheur passiert. Meine linke Hand war so eingefroren, dass ich kaum noch Gefühl darin hatte und 1000 Meter vor dem Ziel aus Versehen auf das kleine Blatt geschaltet habe. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich dann geleiert habe... Jedenfalls habe ich krampfhaft versucht, wieder hochzuschalten. Aber mach das mal ohne Gefühl in den Fingern. Dabei haben wir schon den Vorteil einer elektronischen Schaltung, bei der man nur einen Knopf drücken muss. Aber den habe ich nicht sofort gefunden. Irgendwann hatte ich ihn dann, aber da war der Zug abgefahren.

Lustig war es heute, als Michael Matthews im Rennen zu mir kam und sagte: "Ich habe mich extra an deinem Hinterrad absetzen lassen und dann schaltest du auf das kleine Blatt." Naja, morgen ist erstmal das Zeitfahren und dann konzentriere ich mich auf die nächste Chance. Meine Form stimmt jedenfalls.

Fotos: roth-foto.de
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